Folgen der Leitzinssenkung der EZB für den Tagesgeldmarkt

Die Europäische Zentralbank (EZB) sah sich kürzlich gezwungen, Maßnahmen in Bezug auf den Leitzins zu ergreifen. Ergebnis war eine Absenkung des Leitzinses auf 1,25%, die zum 1. April 2009 in Kraft getreten ist. Ziel dieser Vorgehensweise ist, dass der Konsum angeregt und die Konjunktur belebt wird. Die Leitzinssenkung hat grundsätzlich ein sinkendes Zinsniveau in den Bereichen Sparen und Kredite zur Folge.

Während die Zinssenkungen für Kredite derzeit leider noch auf sich warten lassen, haben die Anbieter der Tagesgeldkonten schnell reagiert. In vielen Fällen wurden die Zinsen bereits gesenkt. Die DKB Bank hat die Verzinsung für ihr Tagesgeld um 1,25% auf 2,55% gesenkt. Das beste Angebot, das in diesem Bereich derzeit noch zu finden ist, ist das Tagesgeldkonto der Bank of Scotland. Sie hat ihre Zinsen zwar ebenfalls bereits gesenkt, notiert aber mit 4,5% immer noch auf einem vergleichsweise sehr hohen Niveau.

Schritt für Schritt wird jetzt ein Kreditinstitut nach dem anderen nachziehen. Die ING DiBa hat beispielsweise angekündigt, dass der derzeitig gültige Zins von 4% noch bis Ende April seine Gültigkeit behalten wird. Ab dem 1. Mai 2009 wird dieser aber um stolze 1,5% gesenkt. Die Volkswagen Bank musste aufgrund der hohen Kürzungen kurzerhand ihr „Plus Konto Top Zins“ in „Plus Konto“ umbenennen, denn so „top“ ist der Zins mit gerade noch 2,5% nicht mehr.

Experten gehen davon aus, dass sich die Zinsen für Tagesgeldkonten in der nächsten Zeit etwa bei 2,5% einpendeln werden. Während danach noch vor kurzer Zeit kein Hahn gekräht hätte, kann man zukünftig schon hochzufrieden sein, wenn man ein Tagesgeld mit einer Verzinsung von 3% bekommt. Sollte allerdings die Konjunkturschwäche weiter andauern und die EZB die Leitzinsen noch weiter senken, kann es sein, dass das allgemeine Zinsniveau für Tagesgeldkonten noch weiter abfällt.
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