Pfandhaus-Kredite: begehrt wie nie und tückisch

Gerade kurz vor Weihnachten werden wieder viele Deutsche ihre Golduhren, Goldmünzen, Porzellanfiguren und sogar Autos zum Pfandleiher bringen, um an einen scheinbar günstigen Kredit aus dem Pfandhaus zu kommen. Die Net Tribune berichtet, dass in diesem Jahr laut jüngster Veröffentlichung des Zentralverbandes des Deutschen Pfandkreditgewerbes (ZDP) 500 Millionen Euro über den Tisch gegangen sind, so viel wie noch nie zuvor, und dabei ist das Weihnachtsgeschäft nicht einmal mit eingerechnet.

Die Presseagentur AP zitiert aber die nordrhein-westfälische Verbraucherschützerin Stefanie Laag mit einer Warnung: denn so verlockend niedrig die Pfandhaus-Zinsen scheinbar sind, oft entpuppen sie sich teurer als geplant.

Grundsätzlich gilt: man kann seine Wertsachen zu seinem nächsten Pfandhaus bringen und erhält die Hälfte des Verkaufswerts in bar ausgezahlt. Dann hat man drei Monate Zeit, seine Wertsachen durch Bezahlen des Leihwerts plus Zinsen zurückzuzahlen. 94 Prozent der Kunden lösen auch Ihren Kredit wieder ein, der Rest wird bei Auktionen versteigert.

Dabei sind die Anfangsbedingungen verlockend: für Werte unter 300 Euro bezahlt man pro Monat nur einen Prozent Zinsen, bei größeren Werte sind die Zinsraten Verhandlungssache. Hinzu kommen Zusatzgebühren wie etwa für die Lagerung.

Doch die Verbraucherschützerin Laag warnt: meist werden die drei Monate nicht eingehalten, und man bezahlt für jeden Folgemonat komplett, auch wenn nur ein paar Tage angebrochen sind. Hinzu kommen zum Beispiel bei Fahrzeugen Standgebühren, sodass schnell Jahreszinssätze von 40 Prozent zusammenkommen können.

Fazit:

Ein günstiger Kredit findet sich nicht immer im Pfandhaus. Lieber einen Kreditvergleich nutzen und günstigen Ratenkredit beantragen.